Die Feiertage stehen vor der Tür. Denken Sie daran: Urlaub sollte der Entspannung dienen und nicht der Suche nach einer Apotheke oder einem Arzt oder der nervösen Internetrecherche nach Ratschlägen bei Zeckenbissen, Sonnenbrand oder plötzlichem Durchfall. Deshalb lohnt es sich, die Reise gut vorzubereiten. Es geht nicht nur um Tickets, Unterkunft und Kofferpacken, sondern auch um Ihre Gesundheit.
Die gute Nachricht ist, dass es nicht um komplizierte Verfahren geht. Am wichtigsten ist es, sich mit Medikamenten einzudecken, eine gut ausgestattete Hausapotheke bereitzuhalten, sich vor der Sonne zu schützen, sich vernünftig zu ernähren und ausreichend zu trinken sowie zu wissen, wann man die Symptome ruhig beobachten und wann man einen Arzt aufsuchen sollte.
Nachfolgend finden Sie eine praktische Anleitung, die Ihnen Schritt für Schritt bei der Vorbereitung Ihrer Urlaubsreise hilft.
1. Beginnen Sie mit den Medikamenten, die Sie regelmäßig einnehmen.
Wenn Sie täglich Medikamente einnehmen, sollten diese ganz oben auf Ihrer Packliste stehen. Das gilt auch für Medikamente, die Sie nur gelegentlich einnehmen, beispielsweise gegen Asthma, Allergien oder andere Beschwerden, die sich während der Reise verschlimmern könnten.
Vor der Abreise Folgendes prüfen:
- Haben Sie für den gesamten Aufenthalt ausreichend Medikamente zur Verfügung?,
- Benötigen Sie einen Vorrat für ein paar zusätzliche Tage?,
- ob Arzneimittel besondere Lagerbedingungen erfordern,
- Haben Sie Notfallmedikamente dabei, die Sie möglicherweise plötzlich benötigen?,
- Wissen Sie, was zu tun ist, wenn Erbrechen oder Durchfall auftreten und das Medikament dadurch möglicherweise nicht so gut aufgenommen wird?.
Bei manchen Medikamenten, wie beispielsweise Insulin oder Adrenalin in einer Fertigspritze, sind geeignete Transportbedingungen wichtig. Solche Medikamente sollten nicht in der Sonne oder in einem heißen Auto gelagert werden.
2. Packen Sie eine Reiseapotheke ein, aber gehen Sie dabei klug vor.
Ein Erste-Hilfe-Set muss nicht die Hälfte Ihres Koffers einnehmen, sollte aber dem Reiseziel, Ihren Mitreisenden und möglichen gesundheitlichen Problemen während der Reise angemessen sein.
Es lohnt sich, es in den Erste-Hilfe-Kasten aufzunehmen:
- regelmäßig einzunehmende Medikamente,
- Medikamente, die nach Bedarf eingesetzt werden,
- Fiebersenkende Mittel und Schmerzmittel,
- Präparate, die bei Infektionen hilfreich sind,
- Desinfektionsmittel,
- Pflaster und Verbandmaterialien,
- Präparate für Schnitt- und Schürfwunden,
- Wirkstoffe, die Hautreaktionen lindern,
- Präparate, die bei Magen-Darm-Problemen hilfreich sind,
- Sonnenschutzmittel,
- Abwehrmittel gegen Mücken und Zecken.
Sie müssen nicht alles übermäßig einpacken, „nur für alle Fälle”. Bedenken Sie jedoch, dass der Zugang zu einer Apotheke, einem Arzt oder bestimmten Medikamenten je nach Ort – ob am Meer, in den Bergen, im Ausland, in einem Kinderferienlager oder an einem abgelegenen Ort – unterschiedlich sein kann.
3. Fährt Ihr Kind ins Sommerlager? Bereiten Sie Informationen für die Betreuungspersonen vor.
Die Reise eines Kindes in ein Sommer- oder Ferienlager erfordert besondere Vorbereitung. Dabei geht es nicht nur um Kleidung, Dokumente und Taschengeld. Wenn ein Kind chronisch krank ist, Medikamente einnimmt, Allergien hat oder besondere gesundheitliche Bedürfnisse besitzt, sollten die Betreuungspersonen dies wissen.
Diese Informationen sollten Sie am besten schriftlich vorbereiten. Sie sollten Folgendes beinhalten:
- Name der Krankheit oder des Gesundheitsproblems,
- Liste der eingenommenen Medikamente,
- Arzneimitteldosen,
- Einnahmezeiten der Medikamente,
- Informationen über Lebensmittelallergien,
- Informationen über Allergien gegen Medikamente oder andere Substanzen,
- Informationen über Allergien gegen Wespen-, Bienen- oder andere Insektengifte,
- Ratschläge, wann man sich an die Eltern oder einen Arzt wenden sollte.
Falls Ihr Kind Medikamente benötigt, sollten Sie mit dem Veranstalter besprechen, wer diese unter welchen Umständen verabreichen darf. Es ist außerdem ratsam, Sonnencreme für Ihr Kind einzupacken und es daran zu erinnern, warum es diese verwenden sollte, auch wenn es selbst nicht daran denkt.
4. Reiseübelkeit? Testen Sie Ihre Medikamente nicht während der Fahrt.
Wenn Ihrem Kind Reisen mit dem Auto, Bus oder Schiff schwerfällt, ist es ratsam, frühzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen. Medikamente gegen Reiseübelkeit sollten sorgfältig ausgewählt und, wenn möglich, auf einer kürzeren Strecke getestet werden.
Warum ist das wichtig? Weil es sein kann, dass es Ihrem Kind nach der Einnahme des Medikaments schlechter geht als ohne. Es ist besser, dies während eines kurzen Ausflugs herauszufinden als auf einer langen Reise.
Es ist auch wichtig, sich einfache Regeln zu merken:
- Vermeiden Sie schwere Mahlzeiten unmittelbar vor der Reise.,
- Pausen einlegen,
- Lüften Sie das Auto,
- Beschränken Sie das Schauen auf den Bildschirm während der Fahrt.,
- Beobachten Sie, was die Symptome Ihres Kindes verschlimmert.
5. Bei der Sonne geht es nicht nur ums Bräunen.
Sonnenschutz ist einer der wichtigsten Bestandteile der Urlaubsvorbereitung. Sonnenbrand kann sich schleichend entwickeln und äußert sich durch Rötung, Schmerzen, Schwellung und übermäßige Hitze der Haut.
Besonderes Augenmerk sollte auf Folgendes gelegt werden:
- Kinder,
- ältere Menschen,
- schwangere Frauen,
- Menschen mit chronischen Krankheiten,
- Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen,
- Menschen mit heller oder empfindlicher Haut.
Es empfiehlt sich, vor dem Sonnenbaden Sonnenschutzmittel aufzutragen und dies alle paar Stunden zu wiederholen. Wichtig ist auch, dass Schwimmen, Schwitzen und Abtrocknen die Schutzschicht der Sonnencreme abtragen. Sonnenschutzmittel allein reichen nicht immer aus – ein Hut, atmungsaktive Kleidung mit langen Ärmeln, Schatten und eine sorgfältige Planung des Sonnenbadens sind ebenfalls hilfreich.
Säuglinge sollten nicht der Sonne ausgesetzt werden. Kleinkinder sollten besonders darauf achten, sich vor den Sonnenstrahlen zu schützen.
6. Was tun bei Sonnenbrand?
Bei einem Sonnenbrand ist es am wichtigsten, die Ursache zu beseitigen. Das heißt: Meiden Sie die Sonne und schützen Sie Ihre Haut in den nächsten Tagen.
Folgendes könnte hilfreich sein:
- ein kühlerer Ort und Schatten,
- beruhigende Kosmetika, zum Beispiel mit Aloe,
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr,
- weitere Sonneneinstrahlung vermeiden,
- Hautbeobachtung.
Hautläsionen, die sich vergrößern, unregelmäßige Ränder aufweisen, mehrfarbig sind, bluten, sich abschälen oder nur langsam abheilen, sollten Anlass zur Sorge geben. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.
7. Zecke? Entfernen Sie sie vorsichtig, aber drehen Sie sie nicht.
Nach einem Spaziergang im Wald, auf Wiesen, im hohen Gras oder im Gebüsch ist es ratsam, die Haut von sich und dem Kind abzusuchen. Zeckenbefall ist zwar nicht unbedingt ein Anzeichen für ein ernstes Problem, erfordert aber dennoch entsprechende Maßnahmen.
Das Häkchen sollte nicht vorhanden sein:
- Twist,
- brennen,
- kochen,
- Fett,
- Alkohol oder andere Zubereitungen einfüllen.
Am besten entfernt man die Zecke mit einem Werkzeug, mit dem man sie nah an der Haut, in der Nähe der Mundwerkzeuge, greifen oder abhebeln und dann vorsichtig herausziehen kann. Wenn ein Zeckenfragment in der Haut zurückbleibt, bedeutet das nicht unbedingt ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Beobachten Sie die Bissstelle nach dem Entfernen der Zecke. Achten Sie besonders auf Rötungen, die nach einigen Tagen auftreten und sich zu einem größeren roten Kreis ausweiten. Sollte dies der Fall sein, suchen Sie einen Arzt auf.
8. Mücken, Wespen und Bienen. Wann ist Wachsamkeit geboten?
Mückenstiche verursachen meist Juckreiz und lokale Beschwerden. Insektenschutzmittel und juckreizstillende Medikamente können Linderung verschaffen. Anders verhält es sich bei Wespen- und Bienenstichen. Lokale Schmerzen, Schwellungen und Rötungen sind zwar am häufigsten, klingen aber allmählich ab. Bei Bedarf können ein kalter Umschlag und ein Schmerzmittel angewendet werden.
Symptome, die auf eine schwere allergische Reaktion hindeuten könnten, erfordern dringende ärztliche Hilfe, wie zum Beispiel:
- Atembeschwerden,
- Keuchen in der Lunge,
- Heiserkeit,
- Gesichtsschwellung,
- Schwellung der Lippen, Augenlider oder Ohren,
- plötzliche Verschlechterung des Wohlbefindens,
- Magen-Darm-Beschwerden nach einem Stich,
- Brennen im Mund-, Hals- oder Mundhöhlenbereich.
In einer solchen Situation sollte man nicht zögern. Suchen Sie ärztliche Hilfe auf oder rufen Sie den Notruf. Personen mit einer bekannten Insektengiftallergie sollten andere darüber informieren und ihre verschriebenen Notfallmedikamente mit sich führen.
9. Essen und Trinken unterwegs: Einfache Regeln machen den Unterschied
Magen-Darm-Probleme verderben oft den Urlaub. Sie können durch Veränderungen der Darmflora, verunreinigte Lebensmittel, unsachgemäß gelagerte Lebensmittel oder Wasser, an das der Körper nicht gewöhnt ist, verursacht werden.
Bei Reisen sollte man einige Regeln beachten:
- Waschen Sie Ihre Hände häufig.,
- Trinken Sie abgefülltes oder abgekochtes Wasser.,
- Vorsicht mit Eis in Getränken.,
- Wählen Sie gut durchgegarte Speisen.,
- Vorsicht bei rohen oder halbrohen Produkten.,
- Vermeiden Sie Lebensmittel, die unter unsicheren Bedingungen gelagert werden.,
- Achten Sie beim Windelwechseln Ihres Babys auf Hygiene.,
- Gehen Sie nicht davon aus, dass Alkohol vor Vergiftungen "schützt".
Bei Auftreten von Durchfall kann Alkohol die Situation verschlimmern und die Genesung verlängern.
10. Reisedurchfall: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend
Durchfall kann während Reisen plötzlich auftreten. Besonders in wärmeren Ländern sollte man auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, da der Körper auch durch Schwitzen Wasser verliert.
Die wichtigsten Regeln:
- Flüssigkeiten auffüllen,
- Behandeln Sie Alkohol nicht als "Medizin".,
- die Anzahl der Stuhlgänge überwachen,
- Achten Sie auf Fieber, Bauchschmerzen und Blut im Stuhl.,
- Besondere Vorsicht ist geboten bei Kindern, älteren Menschen, Schwangeren und chronisch kranken Menschen.
Eine ärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn der Durchfall anhält, die Symptome stark ausgeprägt sind oder starke Bauchschmerzen, hohes Fieber oder Blut im Stuhl auftreten. Kleinkinder dehydrieren schneller als Erwachsene, daher ist es wichtig, die Behandlung nicht hinauszuzögern.
11. Wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden, planen Sie Ihre Reise sorgfältiger.
Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten sich bei der Reisevorbereitung besonders vorsichtig verhalten. Durchfall, Erbrechen, hohes Fieber, Flüssigkeitsmangel oder Änderungen des Tagesablaufs können die Einnahme und Wirksamkeit von Medikamenten beeinträchtigen.
Vor der Abreise sollten Sie Folgendes bedenken:
- Haben Sie einen Vorrat an Medikamenten?,
- Wissen Sie, was zu tun ist, wenn Erbrechen oder Durchfall auftreten?,
- ob Medikamente eine spezielle Lagerung erfordern,
- Haben Sie Informationen über Krankheiten und Allergien bei sich?,
- ob Angehörige wissen, wie sie im Notfall helfen können.
Für chronisch kranke Patienten gibt es keine allgemeingültige Empfehlung. Wenn Sie Bedenken haben, besprechen Sie Ihre Reisevorbereitungen mit Ihrem Arzt.
Gesundheitscheckliste für den Urlaub
Vor der Abreise Folgendes prüfen:
- Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
- Haben Sie genügend Medikamente für Ihren gesamten Aufenthalt dabei?
- Haben Sie irgendwelche Notfallmedikamente, die Sie benötigen könnten?
- Enthält der Erste-Hilfe-Kasten Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel?
- Benutzt du Sonnenschutzmittel?
- Haben Sie Mücken- und Zeckenschutzmittel?
- Wissen Sie, wie man eine Zecke entfernt?
- Sind für die Betreuungspersonen Gesundheitsinformationen für das Kind vorbereitet?
- Haben Allergiker ihre verschriebenen Medikamente dabei?
- Wissen Sie, wann Sie bei Durchfall, Verbrennungen oder Insektenstichen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten?
- Haben Sie die Notrufnummer des Landes, in das Sie reisen, notiert?
Ein erholsamer Urlaub beginnt schon vor der Abreise.
Bei der Urlaubsvorbereitung geht es nicht darum, jedes mögliche Problem vorherzusehen. Es geht darum, grundlegende Medikamente und Vorräte für häufige Situationen griffbereit zu haben, zu wissen, wie man sich und seine Kinder schützt, und zu erkennen, wann man einen Arzt aufsuchen sollte.
Eine gut gepackte Reiseapotheke, Sonnenschutz, gesunder Menschenverstand beim Essen und Trinken, Vorsicht nach Zeckenkontakt und Wachsamkeit nach Stichen können Ihre Reise angenehmer gestalten.
Möchten Sie sich noch besser vorbereiten? Hören Sie sich die Serie an. NEHMEN SIE IHRE GESUNDHEIT MIT IN DEN URLAUB und schau dir den Tab an Podcast-Transkripte. Dort finden Sie ausführliche Interviews mit Experten, auf die Sie vor Ihrer Reise, beim Packen oder immer dann zurückgreifen können, wenn Sie konkrete Fragen haben.