



21.02.2024 | Was tun bei einem Leistenbruch?
21. Februar 2024
Podcast: Was sagt Ihr Arzt?
Folge: Wie geht man mit einem Leistenbruch um?
Führend: Dariusz Litera
Gast: Dr. Adam Kuźmiński, Chirurg
Dauer: etwa 16 Minuten
Hernien gehören zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen bei Erwachsenen, und das Risiko ist bei Männern deutlich erhöht. Anfangs verursachen sie oft nur leichte Schmerzen oder Beschwerden, in fortgeschrittenen Fällen stellen sie jedoch eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit und sogar das Leben des Patienten dar. Dies gilt insbesondere für Leistenhernien, die den Großteil der durchgeführten Operationen ausmachen.
In dieser Folge von „Was Ihr Arzt sagt“ spricht Dariusz Litera mit Dr. Adam Kuźmiński, einem Facharzt für Chirurgie, darüber, was genau ein Leistenbruch ist, wo er am häufigsten auftritt, welche Symptome Anlass zu einer Diagnose geben und warum eine Operation oft notwendig ist. Das Gespräch behandelt außerdem moderne Operationsmethoden, mögliche Komplikationen und die Grundsätze einer sicheren Genesung.
Vollständiges Podcast-Transkript:
[00:00:00] Einleitung – Was ist ein Leistenbruch?
Dariusz Litera:
Medizinische Experten schätzen, dass etwa 31.000 Erwachsene einen Leistenbruch haben. Das Risiko, daran zu erkranken, ist bei Männern um ein Vielfaches höher als bei Frauen. Krankenhausdaten zeigen, dass über 60.000 chirurgische Eingriffe im Zusammenhang mit dieser Erkrankung Leistenbrüche betreffen. Befürchten Sie, dass Sie auch betroffen sein könnten? Heute begrüßt Sie der Chirurg Dr. Adam Kuźmiński. Willkommen zurück, Herr Doktor.
Dr. Adam Kuźmiński:
Guten Morgen.
Dariusz Litera:
Was genau ist ein Leistenbruch und was sind seine Ursachen?
Dr. Adam Kuźmiński:
Ein Leistenbruch ist eine Verlagerung von Bauchorganen aus der Bauchhöhle, also unter die Haut. Dies geschieht in Verbindung mit einer Schädigung der Faszie, die die Bauchorgane normalerweise an ihrem Platz hält. Meist liegt eine genetische Veranlagung vor, obwohl die genaue Ursache von Leistenbrüchen noch nicht vollständig geklärt ist. Wir alle treiben Sport und trainieren mit Gewichten, dennoch erleidet nur ein kleiner Teil der Bevölkerung einen Leistenbruch.
[00:01:01] Wo treten Hernien am häufigsten auf?
Dariusz Litera:
Wir hören immer häufiger von Hernien bei jüngeren, körperlich aktiven Menschen. Wo treten sie am häufigsten auf?
Dr. Adam Kuźmiński:
Hernien entstehen in Bereichen, die nicht ausreichend durch Muskulatur geschützt sind. Am häufigsten treten sie in der Leiste und um den Bauchnabel herum auf. In diesen Bereichen wird die Bauchhöhle lediglich durch die Faszie – ein faseriges, kollagenes Gewebe – geschützt. Bei Menschen mit einer Hernie trennen sich die Fasern dieser Faszie und bilden Lücken, durch die der Bruchsack austritt. Dieser Bruchsack ist ein Fragment des Bauchfells, das beispielsweise durch präperitoneales Fettgewebe oder eine Darmschlinge nach außen gedrückt wird.
[00:02:27] Erste Symptome eines Leistenbruchs
Dariusz Litera:
Auf welche Symptome sollten wir achten?
Dr. Adam Kuźmiński:
Eine sichtbare Vorwölbung ist bereits ein fortgeschrittenes Symptom. Erste Anzeichen sind anhaltende, einseitige Leistenschmerzen, insbesondere nach körperlicher Anstrengung. Klinisch ist nichts sichtbar oder tastbar, aber eine Ultraschalluntersuchung kann einen Leistenbruch aufdecken.
[00:03:30] Warum ein Leistenbruch eine „Zeitbombe” ist”
Dariusz Litera:
Was, wenn bereits eine deutliche Ausbuchtung sichtbar ist?
Dr. Adam Kuźmiński:
Dann wird der Patient an einen Chirurgen überwiesen. Ein Leistenbruch ist eine tickende Zeitbombe. Solange sich der Inhalt des Bruchsacks frei bewegen kann, ist die Situation relativ ungefährlich. Problematisch wird es, wenn sich die Darmschlinge nicht in die Bauchhöhle zurückziehen kann. Dies führt zu einer Nekrose, die lebensbedrohlich ist und eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) auslösen kann.
[00:04:48] Diagnose und Behandlungsentscheidung
Dariusz Litera:
Was sollte ein Patient tun, wenn er eine Asymmetrie oder eine Wölbung bemerkt?
Dr. Adam Kuźmiński:
Zunächst sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen und eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen. Sobald ein Leistenbruch diagnostiziert wurde, ist eine chirurgische Beratung erforderlich, die in den meisten Fällen zu einer Überweisung für eine Operation führt.
[00:06:02] Moderne Methoden der chirurgischen Behandlung
Dariusz Litera:
Wie werden Hernien heutzutage operiert?
Dr. Adam Kuźmiński:
Früher wurden Fasziendefekte genäht, was zu erheblicher Gewebespannung und häufigen Rezidiven führte. Heute verwenden wir ein Polypropylennetz, das vom Körper gut vertragen wird. Das Netz wirkt wie ein Patch und stellt die Gewebekontinuität spannungsfrei wieder her. Es kann offen oder laparoskopisch implantiert werden.
[00:08:07] Offene vs. laparoskopische Chirurgie
Dariusz Litera:
Worin unterscheiden sich diese Methoden?
Dr. Adam Kuźmiński:
Die laparoskopische Methode erfordert eine Vollnarkose, ist aber weniger invasiv. Die offene Methode ermöglicht die Anwendung einer Epiduralanästhesie. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile, daher wird die Entscheidung immer gemeinsam mit dem Patienten getroffen.
[00:09:39] Risiken und mögliche Komplikationen
Dariusz Litera:
Welche potenziellen Komplikationen können bei solchen Eingriffen auftreten?
Dr. Adam Kuźmiński:
Das Risiko eines erneuten Hernienbruchs nach Netzimplantationen ist sehr gering. Es können jedoch Hämatome, Blutungen und – selten – Schäden an anatomischen Strukturen auftreten. Laparoskopische Eingriffe können aufgrund von Gasansammlungen in der Bauchhöhle zu Komplikationen führen.
[00:11:39] Genesung nach der Operation
Dariusz Litera:
Wie verläuft die Genesungsphase?
Dr. Adam Kuźmiński:
Das Netz erreicht seine volle Festigkeit nach etwa drei Monaten. Vermeiden Sie in dieser Zeit Situationen, die den intraabdominellen Druck erhöhen, wie z. B. Verstopfung, Blähungen oder anhaltenden Husten.
[00:13:42] Andere Hernienarten
Dariusz Litera:
Und wie sieht es mit einem Zwerchfellbruch aus?
Dr. Adam Kuźmiński:
Dies ist eine weitere Hernienart, die häufiger von Gastroenterologen diagnostiziert wird. Dabei verlagert sich ein Teil des Magens in den Brustkorb. Die Behandlung erfolgt ebenfalls laparoskopisch und erzielt sehr gute Ergebnisse.
[00:15:15] Ende
Dariusz Litera:
Das Wort „Hernie” sollte uns also nicht vor Angst lähmen?
Dr. Adam Kuźmiński:
Genau. Es handelt sich um eine mechanische Erkrankung, die die moderne Medizin sehr gut behandeln kann.
Wichtigste Erkenntnisse für Patienten:
- Hernien betreffen am häufigsten die Leisten- und Nabelgegend, insbesondere bei Männern.
- Das erste Symptom kann ein Leistenschmerz ohne sichtbare Vorwölbung sein.
- Die Behandlung eines Leistenbruchs erfolgt in den meisten Fällen operativ.
- Moderne Netze reduzieren das Risiko eines Krankheitsrückfalls deutlich.
- Zur Genesung ist es erforderlich, einen erhöhten intraabdominellen Druck über mehrere Monate zu vermeiden.
Informationen zu den Autoren:
Dr. Adam Kuźmiński, MD: ein bekannter und angesehener Allgemeinchirurg, der sich auf endokrine Chirurgie (Schilddrüse, Nebenschilddrüsen) und Hernienchirurgie spezialisiert hat.
Dariusz Litera: Journalistin und Spezialistin für medizinische Kommunikation, Moderatorin des Podcasts „Was sagt Ihr Arzt?”, der sich auf die Gesundheitsaufklärung von Patienten konzentriert.
Aufmerksamkeit!
Dieses Material dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Es ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung oder auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene medizinische Empfehlung. Sollten Sie besorgniserregende Symptome verspüren oder gesundheitliche Bedenken haben, kontaktieren Sie uns bitte. Konsultieren Sie Ihren Arzt.
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