



25.03.2026 | Wie lässt sich das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren?
25. März 2026
Podcast: Was sagt Ihr Arzt?
Folge: Wie lässt sich das Risiko von Herzerkrankungen verringern?
Führend: Dariusz Litera
Gast: Dr. Konrad Kaaz, MD, PhD, Kardiologe
Dauer: 15 Minuten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Polen und anderen Industrieländern seit Jahren die häufigste Todesursache. Ihre Bedeutung nimmt mit der steigenden Lebenserwartung und veränderten Lebensstilen zu, die zur Entwicklung von Risikofaktoren wie Adipositas, Bewegungsmangel und Fettstoffwechselstörungen beitragen.
In diesem Interview mit Kardiologe Dr. Konrad Kaaz sprechen wir über wichtige Aspekte der Prävention, Risikofaktoren und Symptome von Herzerkrankungen. Der Experte erklärt außerdem, welche Untersuchungen sinnvoll sind und wie man dauerhafte Lebensstiländerungen in die Praxis umsetzen kann.
Vollständiges Podcast-Transkript
[00:00:00] Einleitung
Dariusz Litera:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen die größte Bedrohung für das Leben der Polen dar. Laut Berichten des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit sind sie in unserem Land für fast 351.000 Todesfälle verantwortlich. Sind Herz und Blutgefäße die Schwachstellen der meisten Polen? Was können Sie tun, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen trotz dieser Statistiken vorzubeugen? Ihr Arzt heute ist Kardiologe Dr. Konrad Kaaz. Guten Tag, Herr Doktor.
Dr. Konrad Kaaz:
Guten Morgen.
[00:00:40] Sind Herzkrankheiten nur in Polen ein Problem?
Dariusz Litera:
Ist die hohe Sterblichkeitsrate aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein Alleinstellungsmerkmal unseres Landes oder handelt es sich eher um einen allgemeinen europäischen oder globalen Trend?
Dr. Konrad Kaaz:
In den Industrieländern, als Antibiotika erfunden wurden, bekämpften wir das, was uns zuvor getötet hatte: Bakterien. Die Lebenserwartung der Menschen ist gestiegen, und gleichzeitig hat die Belastung durch äußere Faktoren zugenommen.
In den Industrieländern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs derzeit die häufigsten Todesursachen. Dies ist eine Folge der gestiegenen Lebenserwartung und der Exposition gegenüber schädlichen Faktoren.
[00:01:16] Sterben wir alle an Herzkrankheiten?
Dariusz Litera:
Ein Notarzt sagte mir, dass wir alle früher oder später an einer Herzkrankheit sterben. Stimmt das?
Dr. Konrad Kaaz:
Ja, das stimmt in gewisser Weise. Historisch gesehen wurde das Herz als die „Seele des Menschen” betrachtet. Wenn es aufhört zu schlagen, hört der Mensch auf zu leben.
Die gängige Definition des Hirntods ist das Abschalten der Hirnstammfunktionen. In der Realität bedeutet Herzstillstand jedoch für die meisten Menschen den Tod.
[00:02:01] Woher kommt das Risiko für Herzerkrankungen?
Dariusz Litera:
Warum versagt mein Herz? Liegt es an meinem Lebensstil?
Dr. Konrad Kaaz:
Wir sind einer verschmutzten Umwelt ausgesetzt und haben leichten Zugang zu Lebensmitteln. Die billigste Form der Ernährung ist Fast Food, das reich an Fett und Kalorien ist.
Gleichzeitig verbringen wir viel Zeit vor Smartphones und Computern, bewegen uns zu wenig und nehmen an Gewicht zu. Dies führt zu erhöhten Blutfettwerten, insbesondere zu einem Anstieg des LDL-Cholesterins, was die Entstehung von Arteriosklerose und Gefäßschäden begünstigt.
[00:03:05] Erhöhen wir damit unser eigenes Risiko?
Dariusz Litera:
In gewisser Weise tun wir uns das also selbst an?
Dr. Konrad Kaaz:
In gewisser Hinsicht ja. Der Lebensstil ist von größter Bedeutung.
Hinzu kommen Stress, Schlafmangel und ein gestörter zirkadianer Rhythmus, beispielsweise bei Schichtarbeit oder Rufbereitschaft.
[00:03:57] Wie lässt sich das kardiovaskuläre Risiko einschätzen?
Dariusz Litera:
Welcher Risikofaktor ist am wichtigsten?
Dr. Konrad Kaaz:
Es gibt keinen einzelnen Faktor. Wir sprechen vom gesamten kardiovaskulären Risiko. In Europa verwenden wir die SCORE-Skala, die Folgendes berücksichtigt:
- Alter,
- Sex,
– Rauchen,
– Cholesterinspiegel,
- Blutdruck.
Dariusz Litera:
Man kann also in die Tabelle "einsteigen"?
Dr. Konrad Kaaz:
Ja, aber es kann irreführend sein. Ein junger Mensch mit leichten Beeinträchtigungen kann das „Herz eines 60-Jährigen” haben.
[00:05:04] Wer ist am stärksten gefährdet?
Dariusz Litera:
Welche Gruppen sind am stärksten gefährdet?
Dr. Konrad Kaaz:
Jeder Patient sollte individuell beurteilt werden.
Auch scheinbar gesunde Menschen leiden häufig an Stoffwechselstörungen. Ältere Menschen haben trotz guter Ergebnisse aufgrund ihres Alters automatisch ein hohes Risiko.
[00:06:25] Welche Symptome sollten uns Sorgen bereiten?
Dariusz Litera:
Welche Anzeichen sollten uns veranlassen, einen Arzt aufzusuchen?
Dr. Konrad Kaaz:
Die häufigsten Symptome sind:
- Brustschmerzen,
- Kurzatmigkeit,
– leichtere Ermüdbarkeit,
– Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen.
[00:07:29] Welche Tests sind sinnvoll?
Dariusz Litera:
Welche Forschung sollten wir durchführen?
Dr. Konrad Kaaz:
Grundlagenforschung umfasst:
– Lipidprofil,
– Glukose,
– Kreatinin,
– Morphologie,
– TSH.
Die Tests sollten morgens auf nüchternen Magen und mindestens 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit durchgeführt werden.
[00:08:35] Spielt die Vorbereitung auf den Test eine Rolle?
Dariusz Litera:
Beeinflusst die Ernährung vor dem Test die Ergebnisse?
Dr. Konrad Kaaz:
Ja. Ein üppiges Abendessen kann den Cholesterin- und Triglyceridspiegel deutlich erhöhen, wodurch die Ergebnisse unzuverlässig werden.
[00:09:23] Wirkt eine Lebensstiländerung sofort?
Dariusz Litera:
Kann man seine Gesundheit über Nacht verbessern?
Dr. Konrad Kaaz:
Veränderungen lassen sich schnell umsetzen, entscheidend ist aber ihre Nachhaltigkeit.
Kurzfristige Maßnahmen bringen keine Ergebnisse – was zählt, ist eine langfristige Lebensstiländerung.
[00:10:16] Warum ist es so schwer, Gewohnheiten zu ändern?
Dr. Konrad Kaaz:
Eine Lebensstiländerung ist schwierig, weil sie Gewohnheiten und Süchte, beispielsweise die Nikotinsucht, mit sich bringt.
[00:12:07] Wie lassen sich Veränderungen in der Praxis umsetzen?
Dariusz Litera:
Sollen die Änderungen schrittweise erfolgen?
Dr. Konrad Kaaz:
Am besten ist es, Veränderungen systematisch und individuell auf den Patienten abgestimmt einzuführen.
Jeder sollte prüfen, was er ändern kann und dies schrittweise umsetzen.
[00:13:09] Bauchfett – warum ist es gefährlich?
Dr. Konrad Kaaz:
Bei abdominaler Adipositas geht es nicht nur um den Bauch selbst, sondern auch um das viszerale Fett, das die Organe umgibt. Dieses Fett ist hormonell aktiv und erhöht das Krankheitsrisiko.
Die Gewichtsabnahme sollte schrittweise erfolgen – etwa 1 kg pro Woche.
[00:14:40] Top-Empfehlungen für Patienten
Dariusz Litera:
Die drei wichtigsten Tipps?
Dr. Konrad Kaaz:
Nicht rauchen, Sport treiben und sich gesund ernähren.
[00:14:59] Ende
Dariusz Litera:
Der Gast im Podcast war Dr. Konrad Kaaz, MD. Vielen Dank.
Dr. Konrad Kaaz:
Danke schön.
Wichtigste Erkenntnisse für Patienten
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in entwickelten Ländern.
- Das Risiko hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem vom Alter, Blutdruck und Cholesterinspiegel.
- Der Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Rauchen) ist entscheidend für die Herzgesundheit.
- Symptome wie Brustschmerzen oder Atemnot erfordern eine ärztliche Untersuchung.
- Vorsorgeuntersuchungen sollten regelmäßig durchgeführt werden und eine angemessene Vorbereitung darauf getroffen werden.
- Wirksame Prävention erfordert dauerhafte Veränderungen, keine kurzfristigen Maßnahmen.
- Die Gewichtsabnahme sollte schrittweise und langfristig erfolgen.
- Die wichtigsten Säulen der Herzgesundheit sind: Nichtrauchen, körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung.
Informationen zu den Autoren
Dariusz Litera – Moderator des Podcasts CO NA TO TWÓJ ELEKARZ, spezialisiert auf medizinische Kommunikation und Patientenaufklärung.
Dr. Konrad Kaaz, MD – ein Kardiologe, ein Spezialist für Erkrankungen des Kreislaufsystems, der sich mit der Diagnose und Behandlung von Patienten mit Herzerkrankungen befasst.
AUFMERKSAMKEIT!
Dieses Material dient ausschließlich Bildungszwecken. Es ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Sollten Sie besorgniserregende Symptome verspüren, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
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