20.05.2026 | Meine Gesundheit #03

Podcast: Was sagt Ihr Arzt?

Folge: Meine Gesundheit #03

Führend: Dariusz Litera

Gast: Dr. Mariola Madler-Litera, Fachärztin für Allgemeinmedizin

Dauer: 14 Minuten

Das Programm „Meine Gesundheit” ist ein Präventionsinstrument, das Patienten dabei helfen soll, ihre Gesundheit und das Risiko, an chronischen Krankheiten zu erkranken, besser zu verstehen. Konkret bedeutet dies nicht nur die Durchführung von Tests, sondern vor allem deren Interpretation und die Umsetzung der Ergebnisse in konkrete gesundheitsbezogene Maßnahmen.

Das Gespräch berührt einen zentralen Aspekt der Allgemeinmedizin: die Rolle des Arztes in der Gesundheitsaufklärung und der gemeinsamen Planung des weiteren Vorgehens. Das Programm endet nicht mit der Diagnose. Ziel ist es, einen individuellen Gesundheitsplan zu erstellen und den Patienten bei der Umstellung seines Lebensstils konkret zu unterstützen.

Vollständiges Podcast-Transkript

[00:00:00] Einleitung

Dariusz Litera:

Für viele Patienten kann das „Meine Gesundheit”-Programm der erste Schritt zu bewusster Vorsorge und langfristiger Selbstfürsorge sein. Welche konkreten Vorteile bietet es den Patienten, und welche Rolle spielt der Hausarzt dabei? Möchten Sie erfahren, wie Sie dieses Angebot optimal nutzen können? Hören Sie, was Ihr Arzt dazu sagt. Heute ist Ihre Ärztin die Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Mariola Madler-Litera. Guten Tag, Frau Doktor.

Dr. Mariola Madler-Litera:

Hallo und herzlich willkommen.

[00:00:26] Was erhält der Patient am Ende des Programms?

Dariusz Litera:

Was erhält der Patient am Ende seiner Teilnahme am Programm „Meine Gesundheit”?

Dr. Mariola Madler-Litera:

Am wichtigsten ist, dass der Patient versteht, wie sein Leben aussieht, wie es seine Gesundheit beeinflusst und wie er sein zukünftiges Leben so planen kann, dass diese Auswirkungen für ihn so positiv wie möglich sind.

Wir nennen das einen Gesundheitsplan. Genau dafür ist dieses gesamte Programm gedacht, denn wir führen Umfragen durch, nehmen Tests vor, werten diese aus, aber vor allem fassen wir die Ergebnisse zusammen und planen gemeinsam mit dem Patienten das weitere Vorgehen.

Das Programm selbst zielt darauf ab, mithilfe spezifischer Tests festzustellen, ob ein kardiovaskuläres Risiko besteht und ob das Sterberisiko hoch oder niedrig ist. Doch als Ärzte streben wir nach mehr. Wir möchten den Patienten – beispielsweise anhand des SCORE-Diagramms – die Risikofaktoren und deren Einflussmöglichkeiten aufzeigen.

Wir können sagen: Sehen Sie, was passieren würde, wenn Sie 10 Kilogramm weniger wiegen würden, weil Sie nicht rauchen. Wir können wissenschaftliche Daten nutzen, um Patienten die prozentuale Veränderung ihres Risikos, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, zu veranschaulichen.

[00:01:55] Kann man seine Lebensspanne beeinflussen?

Dariusz Litera:

Um wie viel Prozent kann sich seine Lebenserwartung verändern?

Dr. Mariola Madler-Litera:

Ja. Es ist nicht wie in der Arbeitsmedizin, wo man eine Untersuchung durchführt und sagt: „Ich bin arbeitsfähig.” Wir gehen einen Schritt weiter. Wir wollen, dass der Patient die Wahrheit hört: „Ich bin da.“.

Im Gespräch bespricht der Arzt nicht nur die Ergebnisse, sondern plant auch das weitere Vorgehen mit dem Patienten. Die nächste Kontrolluntersuchung ist zwar gesetzlich erst in drei oder fünf Jahren fällig, aber das heißt nicht, dass wir in der Zwischenzeit untätig bleiben.

Wenn wir eine Auffälligkeit feststellen – beispielsweise einen erhöhten Nüchternblutzuckerwert –, ist unser Ziel, den Patienten vor Diabetes zu schützen. Wir können nicht sagen: „Passen Sie auf sich auf, ich werde Ihren Blutzucker in fünf Jahren wieder kontrollieren.”.

Wir einigen uns auf konkrete Schritte – Ernährungsumstellung, mögliche Behandlung – und eine engmaschige Nachsorge. Erstens, um den Patienten zu motivieren, und zweitens, um ein Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Zum einen haben wir ein Bild des aktuellen Gesundheitszustands, zum anderen die Möglichkeit, aufzuzeigen, wie dieser in Zukunft aussehen könnte, abhängig von den Entscheidungen des Patienten.

[00:04:31] Krankenversicherungsplan als Ergebnis des Programms

Dr. Mariola Madler-Litera:

Genau dafür ist dieses Programm da – um einen Plan zu entwerfen und dem Patienten zu zeigen: Sie können es schaffen.

Manchmal bedeutet das eine Behandlung, manchmal die Unterstützung einer Ernährungsberaterin, manchmal eine Umstellung des Lebensstils. Am wichtigsten ist, dass man es gemeinsam angeht.

[00:04:49] Das Programm aus der Sicht eines Hausarztes

Dariusz Litera:

Welche Herausforderung stellt das Programm „Meine Gesundheit” für Hausärzte dar?

Dr. Mariola Madler-Litera:

Prävention wird zwar von Beginn an in Studien thematisiert, doch oft fehlen Zeit, Möglichkeiten und Ressourcen. In der Primärversorgung kümmern sich Ärzte primär um kranke Patienten, sodass Prävention häufig keine Rolle spielt.

Die Entwicklung solcher Programme ist eine große Herausforderung und erfordert viel Engagement. Ärzte schätzen Fallstudien oft, weil sie die Behandlungsergebnisse sehen. Prävention ist weniger spektakulär – „es passiert nichts”, weil der Patient nicht erkrankt.

Und dennoch erreichen wir viel.

Daher ist es wichtig zu wissen, welcher Einrichtung der Primärversorgung der Patient angehört und ob die dort arbeitenden Menschen engagiert sind und nicht nur in der Lage, Ergebnisse zu analysieren, sondern auch mit dem Patienten zu sprechen und ihn zu Veränderungen zu motivieren.

[00:07:45] Krankheitserkennung zu Präventionszwecken

Dr. Mariola Madler-Litera:

In der Praxis stellt sich oft heraus, dass ein Patient nicht so gesund ist, wie er dachte. Das Programm erkennt auch Krankheiten – beispielsweise niedrigen Hämoglobinwert oder Schilddrüsenerkrankungen.

Das Programm „Meine Gesundheit” ist kein umfassendes Präventionsprogramm. Es ist eher ein Ausgangspunkt, eine Anregung, Gesundheit umfassender zu betrachten.

Im Gespräch werden auch Themen der Krebsprävention angesprochen, darunter Darmspiegelung, Mammografie, Zytologie, urologische Untersuchungen und Röntgenaufnahmen des Brustkorbs. Diese Untersuchungen sind zwar nicht Bestandteil des Programms, aber grundlegend für die präventive Gesundheitsversorgung.

[00:09:16] Kann alles in einen Krankenversicherungsplan aufgenommen werden?

Dariusz Litera:

Kann all dies in einen Krankenversicherungsplan aufgenommen werden?

Dr. Mariola Madler-Litera:

Absolut. Wir sollten das mit dem Patienten besprechen, denn für ihn ist das kein Grundwissen.

Es kommt aber auch vor, dass der Patient übermäßig besorgt ist und mit einer „Liste von durchzuführenden Tests” kommt, die oft von Informationen aus dem Internet oder von Ernährungsberatern beeinflusst ist.

Die Primärversorgung ist kein Ort für unbegrenzte Tests auf Verlangen. Das Gesundheitssystem hat seine eigenen Regeln, und übermäßige Tests fördern nicht die Sicherheit, sondern verstärken nur die Angst.

Das ist ein bisschen so, als würde man ein Kind ständig überwachen – anstatt ihm Raum zu geben, sich natürlich zu entwickeln.

[00:11:50] Wie kann man sich auf das Programm vorbereiten?

Dariusz Litera:

Wie kann man sich auf die Teilnahme am Programm „Meine Gesundheit” vorbereiten, um dessen Möglichkeiten voll auszuschöpfen?

Dr. Mariola Madler-Litera:

Vor allem müssen Sie die Sache ehrlich und gewissenhaft angehen. Füllen Sie den Fragebogen nicht „aus Langeweile” aus, sondern behandeln Sie ihn wie ein Gespräch mit einem Arzt.

Die Antworten sollten die Realität widerspiegeln, denn nur so erhält man wertvolles Feedback.

Anschließend müssen Sie sich Untersuchungen unterziehen und sich in einer Klinik melden. Dort messen wir Ihren Blutdruck und Ihr Gewicht und führen eine Standarduntersuchung durch – wir verlassen uns nicht allein auf die Angaben des Patienten.

[00:12:51] Ehrlichkeit und Kooperation mit dem Arzt

Dariusz Litera:

Also, absolute Ehrlichkeit?

Dr. Mariola Madler-Litera:

Ja – Ehrlichkeit sich selbst und Ihrem Arzt gegenüber. Wir stellen uns auf die Waage, messen Ihren Blutdruck – das sind die grundlegenden Elemente der Untersuchung.

Bei dem Programm geht es nicht darum, dass das System „Empfehlungen für kostenlose Tests generiert”. Man muss sich aktiv beteiligen und zu einem Termin erscheinen.

Am wichtigsten ist es, das Geschehene anschließend mit Ihrem Arzt zu besprechen. In diesem Moment sollte der Patient innehalten und dem Arzt aufmerksam zuhören, was er über seine Gesundheit und seine Zukunft zu sagen hat.

[00:13:34] Ende

Dariusz Litera:

Dr. Mariola Madler-Litera, eine Fachärztin für Allgemeinmedizin, sagte dies im Podcast „Was sagt Ihr Arzt?”. Vielen Dank.

Dr. Mariola Madler-Litera:

Vielen Dank.

Wichtigste Erkenntnisse für Patienten:

  • Das Programm „Meine Gesundheit” endet mit der Erstellung eines individuellen Gesundheitsplans.
  • Testergebnisse sind nur im Kontext eines Gesprächs mit einem Arzt sinnvoll.
  • Schon kleine Änderungen des Lebensstils können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich verringern.
  • Auffällige Befunde erfordern ein schnelles Handeln; die Untersuchung darf nicht um mehrere Jahre verschoben werden.
  • Das Programm kann dabei helfen, Krankheiten zu erkennen, die zuvor keine Symptome aufwiesen.
  • Prävention geht über das Programm hinaus und umfasst auch Krebsvorsorgeuntersuchungen.
  • Übermäßige Tests ohne Indikation können eher die Angst als die Sicherheit erhöhen.
  • Es ist unerlässlich, die Umfrage ehrlich auszufüllen und sich aktiv am gesamten Prozess zu beteiligen.
  • Der größte Wert des Programms liegt im Gespräch und der gemeinsamen Planung der Aktivitäten mit dem Arzt.

Informationen zu den Teilnehmern:

Gast: Dr. Mariola Madler-Litera, Ein Facharzt für Allgemeinmedizin mit langjähriger Erfahrung in der Primärversorgung. Gründer und Leiter des Ärztenetzwerks NZOZ Twój Lekarz.

Moderator: Dariusz Litera, Er ist medizinischer Redakteur, Spezialist für Gesundheitskommunikation und Schöpfer des Podcasts CO NA TO TWÓJ ELEKARZ. Seit Jahren engagiert er sich in der Patientenaufklärung und führt Interviews mit Spezialisten verschiedener medizinischer Fachrichtungen.

AUFMERKSAMKEIT!

Dieses Material dient ausschließlich Bildungszwecken. Es ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei besorgniserregenden Symptomen wenden Sie sich bitte an einen Arzt.
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Stellungnahme von NZOZ Ihr Arzt

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Artikels in der Gazeta Wrocławska vom 22. Juni 2026 über Unregelmäßigkeiten in einer der Privatkliniken in Breslau, deren Name dem Namen unseres Netzwerks zum Verwechseln ähnlich ist, möchten wir die Patienten von NZOZ Twój Lekarz beruhigen und ausdrücklich betonen: Die im Artikel beschriebenen Ereignisse und Handlungen betreffen eine völlig andere medizinische Einrichtung.

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